Fettabsaugen gestern und heute

Fettabsaugen gestern und heute

April 17, 2014
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Unter dem Fettabsaugen, auch Liposuktion genannt, versteht man einen chirurgischen Eingriff zur stellenweisen Entfernung von unter der Haut befindlichen Fettzellen. Dies geschieht mittels Kanülen, die in das Gewebe geschoben werden. Die Operation führt in den meisten Fällen eine Fachkraft für plastische Medizin durch.

Unter hartnäckigen Fettpölsterchen – häufig in Verbindung mit Cellulitis –, die sich weder durch gezielte Gymnastik noch durch Diäten reduzieren lassen, leiden Männer wie Frauen gleichermassen.

Speckröllchen an Bauch und Hüften, dicke Oberarme und -schenkel, Doppelkinn oder viel zu üppiger Po – typische Problemzonen, die nach dem Fettabsaugen deutlich ästhetischer aussehen können. Nach der Operation muss der Patient jedoch weiterhin auf seine Figur achten, da das Fettabsaugen gesunde Ernährung und sportliche Betätigung nicht ersetzen kann.

Das Fettabsaugen und seine Geschichte

Die ästhetisch-plastische Chirurgie ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, diverse Eingriffe in dieser Richtung wurden bereits vor mehr als 1400 Jahren durchgeführt. Einen echten Aufschwung erlebten die „Schönheitsoperationen“ allerdings erst im 19. Jahrhundert, das Fettabsaugen wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Bei den ersten Versuchen, überschüssiges Fett mit medizinischen Hilfsmitteln und ärztlichen Fachkenntnissen zu reduzieren, blieben Erfolge vorerst aus. Die chirurgischen Massnahmen beinhalteten damals grosse Schnitte ins Gewebe, weshalb die Eingriffe aufgrund der zu dieser Zeit noch nicht optimalen hygienischen Umstände mit grossen Risiken im Bereich Wundheilungsstörungen einhergingen.


Mit Fettabsaugen kann man Problemzonen effektiv zu Leibe rücken. (Bild: lsantilli - shutterstock.com)

Mit Fettabsaugen kann man Problemzonen effektiv zu Leibe rücken. (Bild: lsantilli – shutterstock.com)


Im Jahr 1926 verletzte der Franzose Charles Dujarier, einer der ersten Mediziner, die Operationen zum Fettabsaugen durchführten, eine Frau schwer. Sie wünschte sich schlankere Oberschenkel, doch die scharfen Kanülen zerstachen während des Eingriffs die Hauptarterie, weshalb ein Bein amputiert werden musste. Die Dame klagte, Dujarier hatte 200’000 Franken Schmerzensgeld zu bezahlen und die plastische Chirurgie wurde einige Zeit geächtet.

In den 60ern und 70ern des 19. Jahrhunderts arbeiteten Josef Schrudde, ein deutscher Kieferchirurg, sowie die Schweizer Ärzte Ulrich Kesselring und Victor Meyer daran, scharfe Instrumente zum Einstechen ins Gewebe mit einer Absaugfunktion zu kombinieren. Diese Versuche verliefen allerdings nicht besonders erfolgreich und gingen mit einer hohen Rate an schmerzhaften Komplikationen, Verletzungsrisiken nahe liegender Organe und hohen Blutverlusten einher.

Erst im Jahr 1977 gelang dem Franzosen Yves-Gerard Illouz der Durchbruch, als er mithilfe stumpfer dünner Kanülen und des Einbringens einer grösseren Flüssigkeitsmenge in das Gewebe vor der Operation wesentliche Fortschritte erzielen konnte. Ebenfalls auf sein Konto geht die sinnvolle Tunnelierung des Fettgewebes. Danach entwickelten der Italiener Arpad Fischer und sein Sohn Giorgio eine motorisierte Saugkanüle, mit deren Hilfe das Fettgewebe zerkleinert und danach abgesaugt wurde. Doch auch dabei traten schwere Komplikationen auf.

Zu einem sicheren Verfahren wurde das Fettabsaugen erst mit der Erfindung der Tumeszenz-Anästhesie im Jahr 1985, die von dem US-amerikanischen Hautarzt Dr. Jeffrey A. Klein und dem Franzosen Pierre Fournier geprägt wurde. Im Anschluss entwickelte der Italiener Marco Gasparotti die oberflächliche Fettabsaugung und 1990 wurde die Ultraschall-assistierte Liposuktion (UAL) vom Italiener Michele Zocchi vorgestellt.



Die Techniken und Risiken beim modernen Fettabsaugen

Seit den ersten Versuchen haben sich die Techniken zum Fettabsaugen stets weiter verbessert, sodass der Eingriff heute relativ problemlos durchgeführt werden kann. Die derzeit am häufigsten angewandte Technik ist die Tumeszenz-Anästhesie, bei der ein spezielles Gemisch inklusive Betäubungsmittel und etwas Cortison in das Unterhautfettgewebe gespritzt wird. Die Fettzellen saugen sich damit voll und lassen sich danach mit Spezialkanülen und einem leichten Sog mittels maschineller Pumpen relativ einfach aus dem Bindegewebe lösen.

Weitere Methoden sind die Liposkulptur, bei der manuelle Saugspritzen verwendet werden, und der Einsatz von Mikrokanülen, die ein schnelleres und präziseres Fettabsaugen ermöglichen. Besonders schonend ist der Eingriff, wenn der Mediziner die Liposkulptur mit dem Einsatz von Mikrokanülen kombiniert.

Wie bei jeder Operation kann es auch beim Fettabsaugen zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, denn kein chirurgischer Eingriff ist ohne Risiko. Häufig wird von Blutergüssen berichtet, die aber nur in etwa einem von 100 Fällen auftreten, ebenso wie von lokalen Infektionen. Ebenfalls relativ selten sind Störungen beim Lymphabfluss und Thrombosen. Etwas häufiger kommt es zu lokalen Blutungen, hin und wieder auch zu Schmerzen. Dellen oder andere stark sichtbare Unregelmässigkeiten kommen bei erfahrenen Chirurgen kaum vor, kleine Unebenheiten sind jedoch nicht immer zu 100 Prozent vermeidbar.

Um die Risiken zu minimieren, ist es seitens des Arztes notwendig, vor der Operation ausführlich mit dem Patienten zu sprechen, ihn auf mögliche Komplikationen hinzuweisen und die Krankengeschichte genau zu kennen. Da beim Fettabsaugen oft hohe Mengen an gefässverengenden Mitteln und örtliche Narkotika eingesetzt werden, kann es bei Menschen mit diversen gesundheitlichen Problemen nämlich zu schwerwiegenden Problemen kommen.


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Oberstes Bild: vladimirfloyd – fotolia.com

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