Sticken – gestern und heute

November 25, 2013  | 
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Sticken ist ein Begriff, der uns schon lange im Bereich der Handarbeit bekannt ist. Mit Nadel und Garn wird ein Stück Stoff mit einem bestimmten Muster (vorgegeben oder selbst erdacht) oder Bild versehen. Mit dieser Handarbeitstechnik kann etwas verziert werden, zum Beispiel ein Kissen oder Taschentuch. Das Sticken erfreut nicht nur die älteren Generationen, sondern es sind auch immer mehr jüngere Menschen, die Gefallen am Sticken finden. Etliche haben sich mit diesem Hobby sogar selbstständig gemacht und verkaufen ihre kunstvoll gestickten Bilder.

Historische Sticktechniken

Gestickt wird seit ungefähr 5000 v. Chr. Funde aus diesem Zeitalter belegen erste Anfänge der Stickerei. Damals wurde jedoch weitestgehend anders gestickt als heute. Die bekanntesten Techniken sind die Assisi-, Blackwork- und Opus Anglicanum-Stickerei.

Assisi: Diese Technik stammt aus der Heimat von Franz von Assisi, der den Franziskanerorden gründete. Im 13. Jahrhundert diente sie in erster Linie der Verzierung von Altartüchern. Später wurde sie auch für Kleidung und Haushaltsartikel verwendet. Angeblich soll ein damaliger Künstler die Lebensgeschichte Assisis auf ein grosses Leinentuch gestickt haben, nach Vorlage eines Gemäldes. Diese Technik erfreute sich immer grösserer Beliebtheit, so dass sie sich in Europa ausbreitete. Die Assisi-Stickerei besteht aus dem Holbeinstich und dem Kreuzstich.

Blackwork: Blackwork kommt aus dem arabischen Raum. Wann genau diese Technik entstand, ist nicht sicher. Sie wurde ursprünglich dafür genutzt, geometrische Figuren darzustellen. Die Muster waren linear und hatten einfache Elemente zur Vorlage. Da vom 8. – 15. Jahrhundert Spanier in Arabien lebten, vermischten sich im Laufe der Zeit arabische sowie spanische Einflüsse in der Stickerei, und es kam dort immer mehr zu blumigen Mustern.

Die damalige Königin von England liebte diese Art zu sticken, und so kam die Technik nach Europa. Die beim Blackwork benutzten Techniken sind Rückstich und Holbeinstich. Sie wurden mit schwarzer Seide auf weissem Hintergrund angewandt. Daher rührt auch der Name Blackwork. Oftmals wurden Metallfäden zur Verzierung genutzt, um die Werke zu verschönern. Man benutzte diese Technik meistens zur Verzierung von Kleidung sowie von Möbeln.

Opus Anglicanum: Übersetzt heisst diese Technik „englische Arbeit“. Ihre Anfänge hatte sie im 13. oder 14. Jahrhundert in England. Ihren Namen hat sie durch die Katalogisierung der Arbeit in Kirchenzeitschriften. Material für das Sticken waren Seide sowie Goldfäden, als Stoff wurde meist Leinen genommen. Für diese Art Sticken wurden mehrere Stichtechniken angewandt. Am bekanntesten war der Spaltstich, dann der Stielstich sowie der Kettenstich. Bei Opus Anglicanum wird das Motiv meist freihändig angebracht, jedoch ist ein Stickrahmen unumgänglich. Goldfäden werden üblicherweise für den Hintergrund genommen, Materialien sind frei wählbar.

Moderne Sticktechniken

Sehr beliebte Stickarten sind der Kreuzstich, Kettenstich, Spannstich und Fischgrätenstich. Der Kreuzstich wird überwiegend zum Anbringen bestimmter Stoffe angewandt, zum Beispiel für Bügelvorlagen. Die zu verarbeitenden Stoffe müssen eine gut sichtbare Struktur aufweisen. Der Kettenstich wird von oben nach unten gestickt und meist in der Buntstickerei angewendet. Der Spannstich ist eigentlich ein Hilfsstich, der eine kurze Linie mit zwei Punkten verbindet. Sticken mit dem Fischgrätenstich findet oft Verwendung in der Buntstickerei, wobei die Technik wie Schlingen aussieht.

Entwicklung

Während vom 8. – 15. Jahrhundert noch per Hand gestickt wurde, wurden dann im 18. Jahrhundert bereits in ersten Manufakturen Kleidung und Textilien teilweise mit Maschinen bestickt. Meist musste aber noch viel mit der Hand beendet oder kontrolliert werden.

Heutzutage gibt es keinen Betrieb mehr, der ohne moderne Stickmaschinen arbeitet. Die heutigen Maschinen bieten eine Vielzahl an Funktionen, unter anderem:

– Musterwiederholungen

– Aussenkonturen erstellen

– Schnittstellenbedienung anhand USB, LAN oder seriell

– Rahmen ausfahren

– Paillettensticken

Einmal alle nötigen Details eingegeben, arbeiten die Stickmaschinen selbsttätig – sie müssen lediglich ab und an gewartet werden. Sie arbeiten mit Freiarm, haben eine sehr hohe Dauerbelastung, und die Maschinen können auch verlinkt werden. Das Sticken im heutigen Zeitalter ist weniger zeitaufwändig, dafür wurde damals mehr Liebe ins Einzelstück gelegt.

 

Oberstes Bild: Background with sewing items (© adam88xx / fotolia.com)

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